COSCEM am GEOMAR
COSCEM am GEOMAR
Leitung: Prof. Dr. Anton Eisenhauer
Der CarbonOcean-Ansatz zielt darauf ab, den Ozean zur CO₂-Gewinnung zu nutzen, um damit negative atmosphärische CO₂-Emissionen zu erzeugen.
In einer ersten Phase wird eine Pilotanlage mit unserem Entwicklungspartner GEOMAR Helmholz – Zentrum für Ozeanforschung Kiel entwickelt und erstellt.
COSCEM ist ein Akronym von:
Carbon Ocean for Seawater Carbon Dioxide Extraction and Mitigation
Technologie
CarbonOcean nutzt das CLP-Verfahren (Carbon Loop Precipitation), bei dem Meerwasser als Reaktionsmedium eingesetzt wird, um CO₂ aus der Atmosphäre zu entnehmen und chemisch zu binden. Durch die Zugabe von CaO oder Ca(OH)₂ wird der pH-Wert des Wassers erhöht und dessen CO₂-Aufnahmekapazität gesteigert. Das Meerwasser zieht anschließend CO₂ aus der Luft nach, um das gestörte Gleichgewicht wiederherzustellen.
Das aufgenommene CO₂ wird im Reaktor in Form von stabilem Calciumcarbonat (CaCO₃) ausgefällt. Nach der Reaktion wird das Wasser in einem geschlossenen Kreislauf weiterverwendet.
Durch die Kalzinierung des im CaCO₃ gebundenen atmosphärischen CO₂ wird dieses in reiner Form zurückgewonnen. Dieses CO₂ steht damit für Anwendungen im Bereich Carbon Capture and Utilization (CCU) zur Verfügung oder kann im Rahmen von CCS auch dauerhaft eingelagert werden.
Das CLP-Verfahren ist zum Patent angemeldet (Anmeldenummer: EP 23 157 695.8) und bildet die technologische Grundlage unserer weiteren Entwicklungs- und Skalierungsaktivitäten.
Vorteile der Integration in bestehende Infrastrukturen:
- Kostensynergien: Die Nutzung bestehender Infrastruktur wie Wasserzuläufe, Filtrationssysteme, Pumpen und Energieversorgung reduziert Investitions- und Betriebskosten erheblich.
- Schnellere Umsetzung: Durch die Anbindung an vorhandene Anlagen verkürzt sich die Bauzeit, und der regulatorische Aufwand ist in der Regel geringer als bei neuen, „stand-alone“ errichteten Systemen.
- Nutzung vorhandener Energieflüsse: Abwärme, Prozesswärme oder überschüssiger Strom aus bestehenden Anlagen können für die Kalzinierung oder für Betriebspunkte im CLP-Prozess genutzt werden.
- Effizientes Wassermanagement: Der CLP-Prozess lässt sich in den Pumpkreislauf integrieren, so dass vorhandene Pumpkapazitäten genutzt werden können und kein separater Wassertransport erforderlich ist.
- Kombinierbarkeit mit Wasserinfrastruktur: Die Verbindung von CO₂-Entnahme und Wasseraufbereitung schafft zusätzliche Funktionalität und kann die effiziente Nutzung bestehender Küsteninfrastruktur unterstützen.
- Synergien mit Meerwasserelektrolyse: Das im CLP-Prozess teilentsalzte und dekarbonisierte Wasser kann die Vorbehandlungsschritte der Meerwasserelektrolyse vereinfachen und deren Energie- und Chemikalienbedarf senken. Dadurch entsteht perspektivisch eine integrierte Plattform für CO₂-Entnahme und die Bereitstellung von Wasser für elektrochemische Prozesse.